8 - 6 Monate vor der Abreise

> Die Suche nach der Mongolei <

 

Seit einigen Tagen beschäftigten wir uns mit dem großen Thema Schule. Wir sehen unsere Tochter auf einer ganz bestimmten Schule, und das erfordert eine frühe Anmeldung (am besten gleich nach der Geburt) und viele Informationsveranstaltungen für die Eltern (die leider genau in unsere Reisezeit fallen). Die Schulleitung war unglaublich freundlich und gab uns die Möglichkeit, alle wichtigen Termine schon ein Jahr vorher wahrzunehmen. Zusätzlich mussten wir Fine noch auf einer zweiten Schule anmelden,  falls Plan A nicht funktioniert. Selbst die Untersuchung beim Schularzt erfolgt noch kurz vor der Abreise.
Auch hier wieder: neue Punkte für unsere ToDo-Liste.

 

Wir entschieden uns dazu, unsere Wohnung zu kündigen und uns während der Weltreise bei den Eltern anzumelden. Unsere Möbel sollen bei einem Umzugsunternehmen eingelagert werden, wonach wir jetzt aktiv suchen müssen. 

 

Die restlichen Tage der letzten zwei Monate verbrachten wir mit verschiedenen Recherchen im Internet - mögliche Routen entsprechend der Jahreszeiten, mögliche bezahlbare Kreuzfahrten oder Frachtschiffe über den Pazifik, mögliche Grenzübergänge in Südostasien und China, Fortbewegungsmöglichkeiten vor Ort, ... usw. 

In der Mongolei wollen wir so einfach wie möglich reisen. Wir waren noch nie zuvor dort und stellten uns vor, dass das unglaublich günstig und einfach gehen würde. Viele bereisen dieses dünn besiedelte Land mit dem eigenen Auto. Das fällt für uns allerdings raus. Mit unseren spärlichen Kfz-Kenntnissen würden wir schon bald an unsere Grenzen stoßen. Unsere Vorstellung ist es, mehrere Tage mit einer Familie und ihren Yaks umherzuziehen, etwas Wüstenluft zu schnuppern und die Steppenlandschaft mit Pferden, Nomadenfamilien und allem was dazu gehört, in aller Ruhe zu entdecken. Das geht - teuer, als Gruppenreise, ist aber nicht unser Ding. Oder günstig - vor Ort, indem wir uns anderen Rucksackreisenden spontan anschließen. Aber mit zwei kleinen Kindern, die ihr eigenes Tempo haben und nicht 5h am Stück Auto fahren wollen, ist diese Variante nicht sehr reizvoll für uns. Da wir uns nicht auskennen und auch noch zur Hochsaison reisen, sind wir sehr unsicher. Ist es eine gute Idee, darauf zu hoffen, dass wir vor Ort einen Einheimischen finden, der uns mitnimmt auf eine individuelle dreiwöchige Tour? Wieder ein Punkt, auf den wir nicht vorbereitet waren. Früher sind wir einfach losgezogen, ohne darüber nachzudenken.
Sind wir ängstlicher geworden seitdem wir zwei Kinder haben? Wir suchten nach Kontakten und Reiseveranstaltern im Internet. Zuerst nach "individuelle Rundreise Mongolei". Da gab es viele Ergebnisse. Leider verstanden alle Veranstalter unter "individuell" - eine vorgefertigte Rundreise aus ihrem Repertoire für uns allein, zu unbezahlbaren Preisen. Teilweise stand in der Email einfach nur: "Schauen Sie auf unsere Homepage, da finden Sie alle Angebote." Wir verzweifelten allmählich. Die Mongolei auszulassen, ist keine Option. Die Tickets für die Transsibirische Eisenbahn sind bereits gebucht und dieses Land stand schon sehr lange auf unserer Wunschliste. Eine Lösung musste schnell her. Plötzlich erschien auf unserem Bildschirm das Logo von "Kia Ora Reisen" (www.kia-ora-reisen.de). Diesen Veranstalter kannten wir noch nicht und schauten uns, einfach nur mal so, die Homepage an. Unser Interesse wurde geweckt, als wir das Leitbild lasen: (ein kleiner Auszug daraus: authentisch reisen, vor Ort entwickelt und von Einheimischen geführt, Kultur und Lebensweise ohne touristische Kulisse erleben, Essen wie die Menschen vor Ort, den Alltag kennen lernen, ....) Das darf doch nicht wahr sein - genauso wollen wir reisen. Die Stimmung hob sich langsam wieder. Wir schrieben eine Email mit unseren Vorstellungen und baten um ein Angebot. Nach einigen Tagen kamen tatsächlich drei verschiedene Angebote, die ganz individuell für uns erstellt wurden. Nach kurzen Absprachen, einem sehr netten Kontakt und einigen kleinen Änderungen, standen die Tage für unser ganz persönliches Mongolei-Erlebnis fest. 

Fazit: Viele neue Hürden sind zu nehmen. Rückenschmerzen von den nächtelangen Recherchen in krummer "Schonhaltung" müssen behandelt werden. Wir legen nun doch einige Strecken vorher fest, aber finden es nicht mehr schlimm. So haben wir anfangs Zeit, uns an den Alltag des Rucksack-Reisens zu Viert zu gewöhnen.