Komm mit uns ins Abenteuerland...

Siem Reap                                                                                                                                       26 SEP 2015

„Feuer, Feuer“, freut sich Willi. Der kleine Raum füllt sich mit Rauch. Wir sitzen mittendrin. Fines Augen leuchten. Jetzt heißt es, ganz ruhig bleiben. Niemand sagt etwas, niemand bewegt sich. Ein undefinierbarer Duft umhüllt uns. Was passiert nun? Willi streckt tapfer seinen Arm nach vorn und lässt sich das rote Band um sein Handgelenk binden. Wir schauen gespannt zu und vergessen vor Aufregung fast ein Foto zu machen. Im Schneidersitz verfolgen wir jede seiner Bewegungen. Kong San, ein buddhistischer Mönch, hat uns in seine Pagode eingeladen und vollzieht nun gemeinsam mit uns ein glückbringendes Ritual in seinem Zimmer.

Einen Tag früher in den Tempelanlagen von Angkor Wat. Wir (Fine und Mama) sahen uns gerade einen der prächtigen Tempel an, als eine Gruppe Mönche in ihren orangen Gewändern unseren Weg kreuzten. Um eine unangenehme Situation zu vermeiden, erzählte ich ihr, wie wir uns Mönchen gegenüber verhalten: „Frauen dürfen Mönche nicht berühren oder anquatschen (für Fine eine wichtige Info). Wir machen keine Fotos und keine Scherze. Wir gehen einfach vorbei.“ Vorsichtshalber nahmen wir einen kleinen Umweg. Was dann passierte, ließ mich als Mama sehr unglaubwürdig dastehen. Von weitem riefen sie uns schon zu: „Whats your name? How old are you? Where are you from?“ Fine antwortete brav: „Fine. Five. Germany.“ Ich wollte gerade weitergehen, da kamen noch mehr Fragen. Wie lange wir in Kambodscha reisen und ob es uns gefällt usw. Und dann wollten sie auch noch ein Foto mit mir und Fine machen - mit ihrem Smartphone. Mirko beobachtete uns von weitem mit dem schlafenden Willi im Wagen. So kamen wir mit den Geistlichen ins Gespräch und tauschten Emailadressen aus und erhielten eine Einladung in die Pagode von Krong San. Er wollte gern sein Englisch üben und uns über sein Land erzählen. Zuerst waren wir noch sehr skeptisch, da wir schon viele Methoden erlebt haben, um Fremden das Geld aus der Tasche zu ziehen. Diese aber war aber neu. Doch die Neugier siegte schließlich – wann besucht man schon einen Mönch. Und Krong San war einfach nur ein netter buddhistischer Mönch, der viel von uns wissen wollte und uns viel von seinem und dem Leben der gewöhnlichen Menschen in Kambodscha erzählte. Fragen hatten wir ohnehin viele. Als Höhepunkt betete er mit typischem Brumm-Gesang in einem Ritual für jeden einzelnen von uns und „segnete“ für jeden ein kleines Armband und uns selbst auch.

Insgesamt verbrachten wir 8 Tage in Siem Reap und begeisterten uns schon kurz nach der Landung für Kambodscha. Die Ankunft zum Sonnenuntergang auf dem Rollfeld des kleinen Flughafens würden wir fast als traumhaft bezeichnen – angenehme Temperaturen, ein bunt gefärbter Himmel, nette lächelnde Menschen, unkomplizierte Visabeschaffung (obwohl wir 8$ mehr zahlen mussten, weil wir unsere Passfotos nicht im Handgepäck hatten) und einen herzlichen Empfang (mit Schild) von „unserem“ Tuk Tuk Fahrer, vom im Voraus gebuchten Hotel. Dieser war dann doch sehr von Umfang und Gewicht unseres Gepäcks überrascht. Aber Tuk Tuks sind Kummer gewohnt. 

Siem Reap ist eine angenehme Stadt. Wenig Verkehr, kein Hupen, leckeres Essen, tolle Märkte und freundliche Menschen. Wir fühlten uns sehr wohl hier. Für 40$ pro Erwachsenen kauften wir ein 3-Tages-Ticket für Angkor Wat und erlebten wunderschöne, aufregende Stunden in der riesigen Tempelanlage. Der Besuch hier wird sicherlich immer ein Highlight unserer Weltreise bleiben. Fine und Willi hatten einen riesen Spaß beim Erkunden der vielen Gänge, Treppen und Räume. Hinter jeder Ecke versteckte sich ein neues Abenteuer. In Angkor Wat wird jeder zum Abenteurer. Und auch die Romantik kommt nicht zu kurz – traumhafte Sonnenuntergänge über den Tempeln und den Wipfeln des Dschungels lassen einen fantastischen Tag ausklingen (wenn man nicht gerade den beliebtesten Tempel der Fotografen erwischt). Das riesige Areal ist für eine Erkundung zu Fuß etwas zu groß. Also nutzen wir „unser“ Tuk Tuk und ließen uns den ganzen Tag bis zum Sonnenuntergang von Tempel zu Tempel fahren. So kommen 20-35 km pro Tag zusammen. Innerhalb von 7 Tagen konnten wir unser Ticket nutzen. So schoben wir immer einen Pool-Tag dazwischen. Wer Angkor Wat kennt, wundert sich vielleicht, warum wir so sehr davon schwärmen. Der Grund ist: Wir hatten die Tempel (fast) für uns allein. Kaum Touristen, keine Gruppen, viel Grün, viel Platz und Ruhe. Also, wenn ihr euch Angkor Wat anschauen wollt, fahrt zur Regenzeit – es ist fantastisch und regnet nicht oft.

Fine und Willi haben seit dem ersten Tag in Kambodscha eine neue Lieblingsbeschäftigung - Tuk Tuk fahren! Dieses Land scheint bisher perfekt für eine abenteuerliche und dennoch ruhige Reise. Doch die ersten „Überraschungen“ kommen schon sehr bald…


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Kommentare: 6
  • #1

    Oma Mone (Montag, 05 Oktober 2015 21:06)



    freue mich , daß Ihr solche außergewöhnlichen Erlebnisse in vollen Zügen erleben könnt ,das ist ja Alles sehr spannend und gleichzeitig müstig undgeheimnisvoll .

  • #2

    Kathleen (Mittwoch, 07 Oktober 2015 10:43)

    Wirklich toll und genau das, was ihr erhofft habt bisher. Drücken Euch weiter die Daumen!

  • #3

    nicole (Dienstag, 20 Oktober 2015 11:00)

    Unglaublich schöne ausdrucksvolle Fotos..... jetzt möchte ich auch nach kambodscha ;-) und zwar in der Regenzeit (super tip von euch).

    und übrigens lieben dank für die email bezüglich der transsib. und der mongolei, bin noch nicht zum antworten gekommen.
    lg nicole

  • #4

    Kira (Dienstag, 20 Oktober 2015 14:22)

    Hey ihr!
    Heute kam unsere Pässe von der Botschaft zurück. Wunderbar sein Visum in der Hand zu halten.Wir sind ab dem 19.11. mit unseren beiden Kindern (4 und 2 Jahre) in Siem Reap.Könnt ihr eine Unterkunft empfehlen?

    Habt noch eine großartige Reise

    Liebe Grüße

    Kira

  • #5

    Antwort von Familienzeit-Weltreise: (Dienstag, 20 Oktober 2015 14:51)

    Hallo Kira,
    wir empfehlen euch gern ein Hotel in Siem Reap. Wir haben uns sehr wohl gefühlt im "Shadow Angkow Inn" (http://www.shadowangkorinn.com/). Hier verlängerten wir unseren Aufenthalt immer wieder. Das Personal ist super freundlich, vor allem zu Kindern. Die Zimmer sind klasse und sauber. Der Pool ist zwar klein, aber unsere Kinder liebten ihn. Auf der riesigen Dachterrasse kann man toll spielen. Das Frühstück war sehr lecker und viel und die Kinder waren frei. Die Tuk Tuk Fahrer vom Hotel waren echt super. Wir hatten viel Spaß.

    Demnächst starten wir eine neue Rubrik mit vielen Tipps für Hotels, Unternehmungen, Ausrüstung und vieles mehr. Da werdet ihr auch dieses Hotel finden.

    Ich wünsche euch eine schöne Reise.
    Anja von Familienzeit-Weltreise

  • #6

    Jens Leipzig (Sonntag, 25 Oktober 2015 10:48)

    Hallo Ihr Lieben! Wir lesen weiterhin fleißig aus Leipzig mit! Wunderbare Reise, so unkompliziert und spannend! Wir freuen uns auch, wenn die Website sich noch weiterentwickelt und viele Infos hinzukommen.

    Auf jeden Fall macht Eure Reise Lust und Spannung auf ein eigenes Abenteuer!

    Viele Grüße und auch ein Dankeschön für die ausführliche Mail von Mirko und die SMS!

    VG aus Leipzig, sagen Juli&Jens