Nass, chaotisch und Jurten in der Stadt

Zurück von unserer geführten Rundreise, standen wir nun auf eigenen Beinen und organisierten erstmal eine Übernachtung für den kommenden Abend. Gana´s Guesthouse gleich neben dem Gandan-Kloster hatte noch kurzfristig ein freies Zimmer für uns. Es gefiel uns allen gut in diesem Hostel. Der Starkregen in den ersten 24h ließ aber Wasser ins Zimmer laufen - durch den Putz und durch die kaputten Fensterdichtungen. Die Fenster wurden von innen mit einem Ziegelstein "verschlossen" und eine alte Krawatte diente als Wasserablauf auf dem Fensterbrett um das schlimmste zu vermeiden.

Doch Einzigartig waren die Jurten auf dem Flachdach, zur  Dachterrasse umfunktioniert, mit Blick über Ulaanbaatar, in die Höfe der Nachbarn und über die umliegenden Berge. Auf das Dach zogen wir dann bei Sonnenschein auch um. Fine und Willi spielten zwischen den Jurten mit dem Gartenschlauch und waren schon bald pitschnass. Während sie laut jauchzend durch die Pfützen auf der Dachpappe liefen, saßen wir gemütlich im überdachten "Sandkasten" und tauschten uns mit anderen (Welt)-reisenden aus. Bis es plötzlich gaaaanz still wurde und wir nur noch Fine laut lachen hörten - Willi lag auf dem Bauch und trank aus der Pfütze.... grrrr...

Wir kämpften uns durch den extrem chaotischen Straßenverkehr, kauften in den riesigen Großmärkten günstig ein, fanden die preiswertesten Restaurants (hier saßen wir nur unter Einheimischen, gern auch einigen Mönchen - und es schmeckte sooo lecker, immer mit Schaffleisch natürlich) und eroberten einen Spielplatz nach dem anderen. Die Spielplätze sind immer mit einem echt guten Fitnessparcour für Erwachsene ausgestattet. Nebenher klapperten wir die ein oder andere Sehenswürdigkeit ab und ließen uns mit den Preisen nicht mehr über den Tisch ziehen.

Das nächste Reiseziel - wir diskutierten und recherchierten viel darüber. Ursprünglich wollten wir mit Bahn und Bus durch China. Wir hatten aber beide kein richtig gutes Gefühl dabei und entschieden uns daher für die kinderfreundlichere Variante ohne lange Reisedistanzen:  Hongkong  - wir buchten schnell den günstigsten Flug und eine Unterkunft für die ersten 7 Tage.

Wir verlängerten unseren Aufenthalt in Gana´s Guesthouse um 5 Tage und suchten nach einer Möglichkeit noch einmal in die Weiten der Mongolei einzutauchen - aufs Land hinaus - wandern und spielen - ohne Lärm und Hektik.

Schon bald wurden wir fündig und erlebten drei wunderschöne Tage in einem kleinen Dorf  in den Bergen mit herzlichen Menschen, vielen tobenden Mongolen-Kindern und warme gemütliche Abende in der Jurte. Mit einem großen Unterschied: die Jurte stand auf einem kleinen Grundstück mit 2,5m hohem Bretterzaun drumherum. Trotz Kälte standen wir morgens gern auf, denn der frisch angeheizte Ofen in der Jurte verbreitete eine herrliche Wärme. Wir wanderten jeden Tag und Fine erklomm ihren ersten "2000er" inklusive Kammwanderung (ok, diese Gegend der Mongolei liegt auf ca. 1600m Höhe, trotzdem toll gemacht meine Süße). 



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Kommentare: 1
  • #1

    Oma Mone (Donnerstag, 20 August 2015 18:44)

    Wieder eine klasse Reisebeschreibung mit tollen Fotos ,freue mich ,daß Ihr so Euren Traum geniest ,ganz relaxt ,und vorallem seid Ihr Vier gesund und super drauf ! Liebe Grüße und Kussis !!!